Der Begriff "schlüsselfertig" klingt nach einem verlässlichen und unkomplizierten Weg zum Eigenheim, doch Vorsicht: Er ist rechtlich nicht definiert.
Foto: djd/Bauherren-Schutzbund e.V.
Vertragsinhalte sollten vom Bauherren genau geprüft werden
(djd/pt). "Schlüsselfertig bauen" - das klingt nach dem einfachsten Weg in die eigenen vier Wände. Wenn der Schlüssel übergeben wird, kann schon der Umzugswagen mit dem Mobiliar vor dem neuen Haus warten. Die Realität sieht leider oft anders aus: Der Begriff "schlüsselfertig" ist rechtlich nicht näher definiert - es gilt daher in der Regel nur das, was in den Details des Bauvertrags festgelegt ist. Bei ungenauen Vereinbarungen aber besteht für den Bauunternehmer viel Interpretationsspielraum, das Nachsehen und die Kosten hat oft der Bauherr. So steht bei manchem "schlüsselfertig" übergebenen Haus nicht viel mehr als der Rohbau. Innenausbau, Streichen und Tapezieren bleiben schlimmstenfalls dem neuen Besitzer überlassen.
Nur was genau definiert ist, wird gebaut
Bei vagen Beschreibungen wie "hochwertige Badkeramik", "Armaturen der Firma XYZ oder vergleichbar", "moderne Elektroausstattung" oder "modernes Heizungssystem" sollten beim Verbraucher sämtliche Alarmglocken schrillen. Sie bedeuten häufig nichts weiter, als dass der Unternehmer die billigsten Produkte und einen minimalen Ausstattungsstandard einbauen wird. Wer hochwertigere Ausstattung wünscht, muss dann mit erheblichen Zusatzkosten rechnen.
Vertragsprüfung mit Profi-Unterstützung
Private Bauherren sollten daher das Herzstück des Vertrags, die Bau- und Leistungsbeschreibung, auf Herz und Nieren prüfen. Alle Leistungen, Baustoffe, sonstigen Materialien und der Qualitätsstandard müssen klar, vollständig und eindeutig beschrieben sein. Was fehlt, muss hinterfragt und gegebenenfalls noch verhandelt werden. Nur dann kann der Bauherr beurteilen, ob der geforderte Preis für die vereinbarte Leistung angemessen ist. "Sich von Anfang an professioneller Hilfe zu versichern, ist sehr zu empfehlen", rät Manuela Reibold-Rolinger, Vertrauensanwältin der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB). Der BSB hält im Internet unter www.bsb-ev.de mehr Informationen sowie Adressen von Bauherrenberatern und Vertrauensanwälten bereit, die den Bauherren mit Rat und Tat zur Seite stehen können.
Schauen Sie noch:
Tipps – Rund ums Haus
Schlüsselwörter:
FS (01 September 2009 )
Mehr über FacilityStudio
Der Artikel wurde 1145 mal gelesen.
Barrierefreiheit und ein gutes Wohnklima sind wichtig
(djd/pt). Schätzungen zufolge wollen vier von fünf Hausbesitzern ihren Lebensabend im eigenen Domizil verbringen. Die meisten Menschen legen auch im Alter hohen Wert auf Selbstständigkeit, jedoch können Treppen ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Abhilfe schafft hier zum Beispiel ein Haus im Bungalowstil. Unter Berücksichtigung einiger Details, wie einer ...
Juristische Beratung und Baubegleitung durch unabhängige Fachleute helfen dabei, sicher zu einem mängelfreien Haus zu kommen. (djd/pt). Der Weg in die eigenen vier Wände ist für die meisten Häuslebaue
mehr...Wärmedämmung: Billig kann teuer werden Interview mit Dr. Wolfgang Setzler, Geschäftsführer des Fachverbands WDVS (djd/pt). Jetzt handeln und im nächsten Winter sparen: Wer die warmen Monate nut
mehr...Energieeffizienz und Geld von der KfW (djd/pt). Energetisch hochwertig bauen oder modernisieren und dafür Fördergelder von der KfW kassieren: Diese Finanzierungsmöglichkeit, die der Bundestag zunächst
mehr...